Injektionsflasche mit Spritze zur Vorbereitung einer Botulinumtoxin-Injektion in der neurologischen Praxis Neuro im Zentrum St. Gallen

Botolinumtoxin Injektionen

In der Botulinumtoxin Sprechstunde erfolgen individuell an die Beschwerden und Bedürfnisse angepasste Behandlungen mit Botulinumtoxin Injektionen – je nach Erkrankung – in die entsprechenden Muskeln, Speicheldrüsen, sub- oder intrakutan.

 

Bei welchen Beschwerden wird Botulinumtoxin als Behandlung eingesetzt?

 

Botulinumtoxin wird erfolgreich angewendet u.a. zur Behandlung von:

  • Spastik (u.a. bei Cerebralparese, Multipler Sklerose, Amyotropher Lateralsklerose, Hirninfarkt, Hirnblutung, Schädelhirntrauma, Rückenmarksverletzungen, hereditäre spastische Paraplegie, etc.)
  • Dystonie (inkl. Blepharospasmus, faziale, zervikale, Extremitäten- und Rumpf-Dystonie, etc.)
  • Tremor (Zittern)
  • Bruxismus (Zähneknirschen)
  • Spasmus hemifazialis (einseitige Verkrampfung der Gesichtsmuskulatur)
  • Sialorrhoe (vermehrter Speichelfluss)
  • Chronischer Migräne
  • Post-Zoster-Neuralgie
  • usw. …

 

Wie wirkt Botulinumtoxin?

 

Bei der Behandlung von Muskeln und Speicheldrüsen: 

  • Das Botulinumtoxin hemmt die Erregungsübertragung von den Nervenzellen zu den Muskeln und Speicheldrüsen, wodurch eine übermässige, krankhafte, teils schmerzhafte Verspannung des Muskels gelöst sowie die Speichelproduktion reduziert werden kann. Dies geschieht durch eine reduzierte Freisetzung des Botenstoffes Acetylcholin aus den Nervenendigungen.

Bei der Behandlung von Migräne und Post-Zoster-Neuralgie

 

Das Botulinumtoxin, sub- oder intrakutan injiziert, reduziert u.a. die Freisetzung von Schmerz-Botenstoffen, wie Glutamat, CGRP und Substanz P. Zudem werden schmerzrelevante Rezeptoren (u.a. TRPV1 und TRPA1) herunterreguliert. Dadurch können durch die Behandlung mit Botulinumtoxin Kopfschmerzen und neuropathische Schmerzen wirksam gelindert werden.

 

Wie erfolgt eine Behandlung mit Botulinumtoxin?

  • Die Injektion des Botulinumtoxins in den Muskel, die Speicheldrüse, sub- oder intrakutan erfolgt mittels einer feinen Nadel.
  • Die Dosierungen sowie die Injektionsorte werden individuell an die Beschwerden und Bedürfnisse der Patient*innen angepasst.
  • Die gezielten Injektionen erfolgen mehrheitlich unter Elektromyographie- und / oder Ultraschall-Kontrolle
  • Eine klinische Wirkung tritt in der Regel nach drei bis vierzehn Tagen auf.
  • Die Wirkung hält durchschnittlich ca. 3 Monate an. Bei einigen Patient*innen kann die Wirkung jedoch deutlich kürzer oder länger anhalten. Die Behandlung mit Botulinumtoxin wird deshalb in den passenden Abständen wiederholt.

Welche Nebenwirkungen können bei einer Behandlung mit Botulinumtoxin auftreten?

 

  • Die Behandlung mit Botulinumtoxin wird in der Regel gut vertragen.
  • Nebenwirkungen werden üblicherweise innerhalb der ersten Wochen nach der Behandlung beobachtet und sind vorübergehend.
  • Schmerzen, Schwellungen, Blutergüsse oder Juckreiz an der Einstichstelle
  • Vorübergehende muskuläre Schmerzen sowie Schwächung behandelter oder sehr selten benachbarter Muskeln