Frau hält sich den Kopf vor Schmerz – Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne in der neurologischen Praxis Neuro im Zentrum St. Gallen

Kopfschmerzen

Kopfschmerzen – häufig, aber nicht harmlos

Kopfschmerzen sind eine der häufigsten Beschwerden in der neurologischen Praxis – und sie können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb ist eine gründliche Abklärungbesonders wichtig, um gezielt helfen zu können.

Im Mittelpunkt steht eine ausführliche Anamnese, also das ärztliche Gespräch über Art, Dauer, Häufigkeit und Begleitsymptome Ihrer Kopfschmerzen. Ergänzt wird diese durch eine neurologische Untersuchung – und bei bestimmten Fragestellungen erweitere Diagnostik durch eine Bildgebung des Gehirns (z. B. MRT), seltener mit Laboruntersuchung und Lumbalpunktion. 

 

Primäre und sekundäre Kopfschmerzen – eine wichtige Unterscheidung

 

Primäre Kopfschmerzen

Diese treten ohne erkennbare Grunderkrankung auf und machen den Großteil aller Kopfschmerzen aus. Zu den häufigsten Formen zählen:

 

  • Migräne: meist einseitige, pulsierende Schmerzen mit Übelkeit, Licht- oder Lärmempfindlichkeit, oft begleitet von einer Aura (z. B. Sehstörungen)
  • Spannungskopfschmerzen: dumpfer, beidseitiger Druckschmerz, oft durch Stress oder Verspannungen ausgelöst
  • Trigeminoautonome Kopfschmerzen (z. B. Cluster-Kopfschmerz): selten, aber extrem schmerzhaft, einseitig mit vegetativen Begleitsymptomen wie tränendem Auge oder verstopfter Nase

 

Sekundäre Kopfschmerzen

Diese entstehen als Folge einer anderen Erkrankung und müssen besonders sorgfältig abgeklärt werden. Mögliche Ursachen sind:

 

  • Entzündungen (z. B. Hirnhautentzündung, Enzephalitis)
  • Traumatische Ursachen (z. B. nach einem Sturz oder Schädel-Hirn-Trauma)
  • Neoplastische Prozesse (z. B. Tumoren, Raumforderungen)
  • Gefäßerkrankungen (z. B. Hirnvenenthrombose, Aneurysma, Arteriitis temporalis)
  • Erhöhter Hirndruck, etwa bei idiopathischer intrakranieller Hypertension (IIH)
  • Therapie – so individuell wie der Kopfschmerz selbst
  • Die Behandlung von Kopfschmerzen richtet sich ganz nach der zugrunde liegenden Ursache. In vielen Fällen braucht es eine individuell abgestimmte Strategie. Dazu zählen:
  • Medikamentöse Prophylaxe zur Reduktion der Anfallshäufigkeit
  • Moderne Migräne-Therapeutika, wie z. B. Triptane oder CGRP-Antikörper
  • Entlastungspunktion bei erhöhtem Hirndruck (z. B. bei IIH)
  • Ganzheitliche Ansätze im Sinne des bio-psycho-sozialen Modells, etwa Stressbewältigung, Schlafhygiene, Bewegung, Physiotherapie oder psychologische Unterstützung

 

In unserer neurologischen Praxis nehmen wir Ihre Kopfschmerzen ernst. Gemeinsam finden wir heraus, welche Form vorliegt – und entwickeln eine maßgeschneiderte Therapie, um Ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

 

Wichtig: Warnhinweis für Notfälle

Plötzlich auftretende, stärkste und ungewohnte Kopfschmerzen können ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein (z. B. Subarachnoidalblutung) und gehören sofort in eine Notfallambulanz – insbesondere, wenn sie von Bewusstseinsstörungen, Nackensteifigkeit, Fieber oder neurologischen Ausfällen begleitet sind.